16º12’N/22º51’W

16º12’N/22º51’W

2011, Single Screen Video

Single Screen Video als Loop, Dauer: 09:10 min., Farbe, Stereo Ton, Format: 16:9
HD Projektor mit Aktiv Audio Boxen oder Flatscreen mit integrierten Boxen, BrightSign
Drehort/Location: Boa Vista, Kapverden
Auflage: 3 + 1 AP
Ex.1 ‹16º12’N/22º51’W› befindet sich im Besitz der Sammlung Kunstkredit Baselland

‹Making visible!› Kunsthaus Baselland

‹Ernte 12› Kunsthalle Palazzo Liestal

‹IM-PORT/EX-PORT› während der dOKUMENTA 13 Kassel

‹Kafkanauts› Vondelbunker Amsterdam

‹Cantonale Berne Jura› Centre Pasquart Biel/Bienne

«Die Videoarbeit 16º12’N/22º51’W spielt mit der Geheimnishaftigkeit von Behausungen, wobei ein Schiff im Mittelpunkt steht. Mit fester Kameraeinstellung filmte die Künstlerin das Wrack eines Frachters, der 1968 auf den Kapverdischen Inseln gestrandet war und seitdem vor sich hin rostet.

Die mit Handelsgütern beladene Cabo Santa Maria war auf dem Weg nach Südamerika auf den Kapverden auf Grund gelaufen. Als alle Versuche, sie wieder flott zu bekommen, scheiterten, beschloss man, die Waren ans Ufer zu schleppen. Bald jedoch wurde bekannt, dass die Cabo Santa Maria weit mehr an Bord führte als Öl, Düngemittel und Mehl: bei dem Unglück waren vier Kirchenglocken im Meer versunken, die für Oskar Niemeyers neue Kathedrale von Brasilia bestimmt waren.

Die langsame Zersetzung des Wracks durch die Meeresbrandung bildet das Hauptmotiv für eine fiktive Erzählung, die sich in den Untertiteln des Videos entwickelt: detailliert schildert der Text eine Schlägerei zwischen drei Männern, die sich auf der Brücke ereignet und tödlich endet. Die Meeresbrandung, die zwischen Zeitlupe und normaler Laufgeschwindigkeit wechselt, korrespondiert mit den Atemzügen des Betrachters, der sich, sobald er sich auf die Erzählung einlässt, entsprechend den Wellengeräuschen verändern wird. Das Motiv des gestrandeten Schiffes wird zu einem Gehäuse mit einem Geheimnis, das wenige kennen.»

Sabine Schaschl, Direktorin
(Text zur Einzelausstellung ‹Leaking roof›, Kunsthaus Baselland 2011)

The video work 16º12’N/22º51’W plays with the mysteriousness of dwellings, and this time, the focus is on a ship. With a fixed camera angle the artist filmed a ship wreck that ran aground on the Cape Verde Islands in 1968 and since then ages away. The slow disintegration of the wreck by the surf is the main motif for a story that develops in the subtitles. The text describes in detail a fight between three men on the bridge of a ship. The image of the surf, which alternates between slow and normal speed, corresponds with the respirations of the recipient, which alternate according to the sound of the waves, if he/she is willing to let in the described story. The motif of the stranded ship becomes a cipher of timelessness, a shell with a secret, known only to a few.