Victoria-Victoria

Victoria-Victoria

2001, 2-teilige Videoinstallation
 
2-teilige Videoinstallation, Dauer: 09:20 min., Farbe, ohne Ton, Format: 4:3
2 Videoplayer VHS oder DVD, 2 Videomonitore Hantarex ohne Gehäuse, 2 Bottiche schwarz (Zuchtbecken) mit je 500 l Wasser gefüllt
Drehort/Location: Botanischer Garten Basel
Auflage: 3 + 1 AP


‹Victoria-Victoria› 2001, Kunstraum Riehen


‹Victoria-Victoria› 2001, Videostills

Über zwei grossen schwarzen Bottichen schweben zwei Monitore, die ihrer Verkleidung beraubt wurden und ihr Innenleben – Verkabelungen, Kondensatoren, Widerstände – preisgeben. Die beiden Bildröhren weisen senkrecht nach unten ins Wasser und zeigen Bilder der grössten Wasserpflanze der Welt: der Victoria Amazonica.
Die Victoria Amazonica gehört zu den Seerosengewächsen (Nymphaeaceae) und besiedelt die ruhigen Buchten und Altgewässer des Amazonas und seiner Nebenflüsse. Ihre Blätter sind kreisrund und schwimmen auf dem Wasser. Stabilität und Schwimmfähigkeit verdanken sie einem leistenförmigen Stützgewebe auf der Blattunterseite, jedes Blatt kann ein Gewicht von bis zu sechzig Kilogramm tragen; auf älteren Fotografien aus Botanischen Gärten sieht man häufig junge Mädchen, die auf den Blättern stehen.

Ab dem zehnten Schwimmblatt erscheint mit jedem weiteren Blatt eine Blüte, deren Knospe für zwei bis drei Tage geschlossen an der Wasseroberfläche verharrt. Die Entfaltung ihrer grossen, cremefarbenen Kronenblätter erfolgt vor Einbruch der Dunkelheit und dauert ziemlich exakt eine Stunde. Für wenige Stunden bleibt die Blüte geöffnet, danach schliesst sie sich und taucht für immer unter den Wasserspiegel unter. Genau diese Entfaltung wurde bei zwei Exemplaren der Victoria Amazonica im Botanischen Garten in Basel mit einer Videokamera festgehalten. Aufgezeichnet wurden die originalen Blütenköpfe sowie deren Spiegelungen auf der Wasseroberfläche.

In der Videosequenz überblenden die Bilder von Originalblüte und Spiegelbild einander, und beide wiederum spiegeln sich in der Wasseroberfläche der Bottiche, die mit fünfhundert Litern Wasser gefüllt sind und üblicherweise als Zuchtbecken für Seerosen dienen. Durch seine Fähigkeit, Spiegelbilder einerseits zu erzeugen und andererseits zu verzerren, fügt das Wasser der Installation eine zusätzliche Verdopplung hinzu. Während das Wasser die Bilder reflektiert, lassen sich durch Berühren der elastischen Bottiche Wellen auslösen, die diese Reflexion stören. Urbild und Spiegelbild fallen ineinander und erzeugen eine Abfolge endloser Spiegelungen.

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